Die drei Säulen der Osteopathie

Alle drei Säulen dienen lediglich der didaktischen Aufgliederung als mechanisches Gedankenmodell und sind unabdingbar miteinander verknüpft. Sie lassen sich also nicht trennen!
So ist die Gesundheit sozusagen ein Gleichgewicht, welches vom Körper versucht wird zu erhalten.
Da der Mensch jedoch ständig Einflüssen sowohl von außen als auch von innen unterliegt, wird der Körper versuchen, diese in den Gesamtorganismus Mensch zu integrieren, um das Gleichgewicht und damit Gesundheit aufrecht zu erhalten.
Als Vermittler dienen hierzu die Fascien. Das sind bindegewebige Hüllen, die jede anatomische Struktur umgeben, ähnlich vorzustellen wie eine Kunststoffummantelung eines elektrischen Kabels. Diese stehen alle miteinander in Verbindung, ähnlich eines dreidimensionalen Spinnennetzes mit all seinen Fäden.

Parietales System

Das parietale System wird gebildet aus Muskulatur, Knochen, Sehnen, Bändern und den oben genannten Fascien; also grob, des Bewegungsapparates, welcher für eine Anpassung des statisch – dynamischen Gleichgewichts sorgt. Ist nun dieses System durch verschiedene Einflüsse wie Stürze, Umknicken, Operationen und daraus resultierenden Narben und der dadurch erworbenen Gewebespannungen im Ungleichgewicht, können daraus beispielsweise Beckenschiefstände, Muskelspannungen oder Wirbelblockaden resultieren.

Craniosacrales System

Cranium steht hierbei für Kopf und Sacrum für Kreuzbein. Es umfaßt die Schädelknochen, Gehirn, Hirn- und Rückenmarkshäute, Kreuzbein und die Hirnflüssigkeit (Liquor).
Der Liquor gilt als nährende Flüssigkeit für das gesamte Nervensystem, welches im Gehirn und im Rückenmark anzutreffen ist und auch die zwischen den einzelnen Wirbelkörpern austretenden Nerven versorgt. Auch hier kann es durch vielfältige Ursachen wie zum Beispiel Unfälle, Spannungen im parietalen System usw. zu Einschränkungen der oben genannten Strukturen kommen, die Wirbelsäulenblockaden, Störungen im hormonellen System oder der Nervenversorgung hervorrufen können.

Viscerales System

Dazu gehören alle Organe wie Magen-Darmtrakt, Leber, Milz, Lunge und Nieren und der dazugehörigen Versorgung durch Blut- und Lymphgefäße, der Nervenversorgung sowie der bindegewebigen Strukturen, welche die Organe mit dem Körper oder untereinander verbinden.
Durch mangelnde körperliche Bewegung, „falsche“ Ernährung, Verletzungen oder Operationen können sowohl die Blutversorgung als auch die Bewegung der einzelnen Organe eingeschränkt werden, was wiederum das „Gesamtsystem Mensch“ in seiner Dynamik beeinflusst.