Philosophie der Osteopathie

„Die Osteopathie ist eine Wissenschaft, die den Menschen untersucht und herausfindet, dass er an Gottes Intelligenz teil hat“
(Autobiograpie I-88, entnommen aus: „Andrew Taylor Still, Der Natur bis ans Ende vertrauen!“, Jolandos)

Osteopathie versteht sich als Wissenschaft, Philosophie und Kunst.
Hierbei soll erwähnt werden, das die Osteopathie das Rad nicht neu erfunden hat, sondern aufgrund der gegebenen Anatomie und Physiologie bei der Betrachtung des Menschen häufig nur eine andere Sichtweise hat.

Wissenschaft

Als Grundlage dient u.a. ein genaues Wissen der Anatomie, der Embryologie (also der Entstehung des Menschen im Mutterleib) sowie der physiologischen Vorgänge im Körper.

Philosophie

Der Mensch als Einheit:

Still spricht hier gerne vom „triune man“: Der Mensch als Einheit von Körper, Geist und Seele. Diese drei lassen sich nicht trennen. Geist und Seele beeinflussen den Körper (Psychosomatik) und auf körperlicher Ebene sind der gesamte Bewegungsapparat, das hormonelle, das nervale und das Organsystem wieder eng und untrennbar miteinander verknüpft, welche wiederum auf Geist und Seele wirken.

Die Fähigkeit der Selbstregulation:

Wie alles in der Natur vollkommen ist, ist auch der Mensch ein Wesen vollkommener Schöpfung und damit ein Ausdruck höherer Instanz, welches über Selbstregulierende- bzw. Selbstheilungskräfte verfügt.
Als Beispiel soll hier die Wundheilung oder das (intakte) Immunsystem bei Erkrankungen bzw. Infektionen genannt werden.

Funktion und Struktur:

Funktion und Struktur bedingen sich gegenseitig und bilden eine Einheit. Ändert sich die Funktion, wird auch die Struktur der Funktion folgen.
Als einfaches Beispiel ist hier der Trainingseffekt anzuführen. Durch verstärkte Muskelbelastung (Funktion) wird der Muskel in Bezug auf Kraft und Spannung seine Struktur anpassen. Auch wird der nun größere Muskel verstärkt durchblutet werden. Hierbei wird das Blut alle erforderlichen Nährstoffe in das betroffene Gewebe bringen.
Dieses Beispiel ist natürlich stark vereinfacht und geschieht im Körper auf vielfältige Art und Weise. Aber natürlich auch im „Rückwärtsgang“: Durch zu große Spannungen im Körper, sei es durch Verletzungen, Unfälle, Narben, oder psychisch durch Stress sowie seelischen Kummer kann die vielfältige Kommunikation des hormonellen, nervalen Systems und insbesondere der Durchblutungssituation natürlich eingeschränkt sein, was ein zu wenig an Bewegung mit einhergehendem Schmerz, Bewegungsverlust, Verletzungen oder Stagnation von Körperflüssigkeiten und Krankheit als Folge haben kann.